Día de los Difuntos: Ecuadors Allerseelen

Zuletzt verändert am 1. November 2025 • 4 Min. Lesezeit • 682 Wörter
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Entdecke die einzigartigen Traditionen des Día de los Difuntos in Ecuador, einem Fest des Lebens und des Todes, bei dem die berühmte Colada Morada und Guaguas de Pan eine wichtige Rolle spielen.
Día de los Difuntos: Ecuadors Allerseelen
Foto von Annika Aurbach

Wusstest du, dass Ecuador seinen eigenen „Día de los Muertos” feiert? Der „Día de los Difuntos” oder „Tag der Verstorbenen” wird in vielen lateinamerikanischen Ländern gefeiert, wobei jedes Land seine eigenen Traditionen hat. In Ecuador ist der Feiertag am 2. November und fällt damit mit dem katholischen „Allerseelen” zusammen. Es ist ein Tag, der sich im Laufe der Zeit weiterentwickelt hat, aber die bekannten Traditionen des Gedenkens an die Verstorbenen beibehält, ein Fest, bei dem das Essen eine zentrale Rolle spielt.

Während die Grundidee überall dieselbe ist, nämlich die Ehrung und das Gedenken an verstorbene Angehörige, ist die ecuadorianische Tradition eine Mischung aus indigenen Andenbräuchen (vorinkaisch, inkaisch) und spanischen kolonialen Einflüssen. Diese Verschmelzung hat zu einer Reihe von unverwechselbaren Symbolen, Ritualen und Speisen geführt.

Dieser Tag wird als Zeit der Wiedervereinigung zwischen den Lebenden und den Toten angesehen. Familien besuchen Friedhöfe, um die Gräber ihrer Angehörigen zu säubern und mit frischen Blumen und Kerzen zu schmücken. Viele richten auch zu Hause einen kleinen Altar, eine sogenannte Ofrenda, ein, der mit Fotos, Lieblingsspeisen und persönlichen Gegenständen der Verstorbenen geschmückt ist. Man glaubt, dass die Seelen der verstorbenen Angehörigen zu Besuch zurückkehren und diese Opfergaben ihnen das Gefühl geben, willkommen und wieder zu Hause zu sein.

Wie steht es um das traditionelle Essen?  

Zwei Sternegerichte gehören zu diesen Feierlichkeiten immer dazu: Guaguas de Pan und Colada Morada. Sie sind nicht nur köstlich, sondern werden von den Ecuadorianern das ganze Jahr über sehnsüchtig erwartet. Dies ist definitiv eine von Luis Lieblingstraditionen, und er liebt besonders die Colada Morada, die seine Tante jedes Jahr zubereitet.

Guaguas de Pan  

Guaguas de Pan (wörtlich „Brotbabys”) sind süße, verzierte Brötchen, die traditionell wie Kinder, manchmal auch wie Tiere geformt sind. Ihr Ursprung geht auf die Kolonialzeit zurück, als spanische Katholiken versuchten, die indigenen Traditionen zu ersetzen, bei denen die Leichen der Verstorbenen aus ihren Gräbern geholt wurden, um mit ihnen zu Hause zu essen und zu trinken. Um ihre Traditionen zu bewahren, verwendeten die Ureinwohner zunächst Puppen, um ihre Vorfahren darzustellen, und schufen schließlich Brotfiguren. So konnten sie die Hauptbedeutung des Día de los Difuntos beibehalten, nämlich sowohl das Leben als auch den Tod zu feiern.

Colada Morada  

Colada Morada („lila Getränk“) ist ein dickflüssiges, aromatisches Getränk aus lila Maismehl, Früchten wie Mortiño (Anden-Blaubeere) und Brombeeren sowie einer Mischung aus Gewürzen und Kräutern wie Ishpingo (amazonischer Zimt). Es wird warm serviert, traditionell zusammen mit Guaguas de Pan. Die Geschichte des Getränks ist komplex, aber man nimmt an, dass es sich aus einem vorspanischen Ritual entwickelt hat, bei dem die Ureinwohner ein Getränk aus Tierblut, von Lamas oder Vögeln, tranken, um ihre Verstorbenen zu ehren. Als die Spanier diese Praxis verboten, wurde ein neues Getränk mit ähnlicher Farbe und Textur kreiert, das jedoch koloniale Gewürze wie Zimt und Anis enthielt. Heute wird es in ganz Ecuador getrunken, mit leichten Variationen von Region zu Region.

Weitere Traditionen dieses Tages  

  • Musik und Geschichtenerzählen: In einigen Gemeinden ist es Tradition, zu singen, Anekdoten über Vorfahren zu erzählen und die Türen des Hauses zu öffnen, um mit den Nachbarn Essen und Geschichten zu teilen.
  • Opfergaben: Familien bereiten oft die Lieblingsgerichte der Verstorbenen zu, damit diese, wenn ihre Seelen zurückkehren, die Speisen „genießen” können, die sie zu Lebzeiten geliebt haben.
  • Prozessionen: Einige Städte organisieren Prozessionen, die katholische Riten mit der vorkolonialen Verehrung der Vorfahren verbinden.

Ein Fest mit vielen Gesichtern  

  • Regionale Unterschiede: In den Küstenprovinzen orientiert sich das Fest eher an der katholischen Liturgie, während in den Hochlandprovinzen stärkere indigene Einflüsse zu spüren sind.
  • Zeitpunkt: Obwohl der 2. November der Haupttag ist, beginnen die Vorbereitungen oft schon am 1. November (Noche de los Difuntos). Die Familien beginnen mit der Reinigung der Gräber und dem Backen von Guaguas de Pan, damit alles für Mitternacht bereit ist, wenn die Geister angeblich eintreffen.
  • Gemeinschaftliches Engagement: In vielen Nachbarschaften backen die Familien gemeinsam große Mengen Guaguas de Pan und kochen Colada Morada, wodurch die Gemeinschaft gestärkt wird.
  • Moderne Varianten: Die jüngeren Generationen interpretieren die Guaguas manchmal mit zeitgenössischen Designs und verschiedenen Geschmacksrichtungen oder Füllungen neu, wobei sie jedoch den grundlegenden Geist des Gedenkens bewahren.
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